1965 in Österreich geboren, verlebte ich eine recht glückliche Kindheit. Im Alter von 12 Jahren stand mein Berufswunsch fest. Ich wollte Krankenschwester werden. Meine Eltern unterstützten mich dabei und so besuchte ich von 1983 – 1986 die Krankenpflegeschule am Universitätsklinikum in Innsbruck. Mein Wunsch danach als Entwicklungshelferin nach Afrika zu gehen, wurde von meinem damaligen Freund und heutigen lieben Ehemann durchkreuzt. So führte mein Weg nach Deutschland, nach Hannover. Ich arbeitete einige Jahre in einer Reha Klinik und später dann in einer orthopädischen Privatklinik. Mein Beruf hat mir immer sehr viel Spaß gemacht und ich kann sagen, es gab nicht einen Tag an dem ich keine Lust hatte zu arbeiten.
Mein Berufsleben wurde dann unterbrochen durch die Geburt unserer beiden wundervollen Kinder Melanie und Marco und den entsprechenden Erziehungszeiten.
Mit knapp 30 Jahren gab es eine weitere große Entscheidung in meinem Leben: Ich beschloss meinen Mann bei der Erfüllung seines Lebenstraumes zu begleiten. Wir zogen aufs platte Land. Wir haben in einer Ferienanlage (Reiterhof und Wellness) gearbeitet und waren zuständig für die Leitung der dortigen Kinderpension, wo alleinreisende Kinder ihre Ferien verbrachten, oder Schulklassen während ihrer Klassenreise betreut werden mussten. In der Hoffnung unseren Kindern mit dem Landleben etwas Gutes zu tun, musste ich mich plötzlich ganz neuen Herausforderungen stellen. Mein Arbeitsbereich war Küche und Verwaltung, sowie nebenbei Kindererziehung (sie waren 1 und 3) während mein Mann als Tausendsassa und Chefanimateur von allen Gästen und Mitarbeitern höchste Anerkennung erlangte. Unsere Wege und Vorstellungen gingen auseinander. Es gab kein „Miteinander“ mehr.
Dies führte mich in eine tiefe Krise. Mein Mann und ich schafften es, uns auf ein weiteres Miteinander zu einigen, aber ich versank in unbeschreibliche Depressionen. Ich bekam Atemnot und der Arzt sagt: „Körperlich sind sie kerngesund. Ihre Probleme sind psychosomatisch!“
Eine befreundete Heilpraktikerin und Lebensbegleiterin der ich mich anvertraut hatte, gab mir ein Buch zu lesen. Naja gelesen hab ich es nicht wirklich, aber es war ein Trost dass es mehreren Menschen so ging wie mir. Sie war es auch die mir die ersten Werkzeuge an die Hand gab, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, an mich zu glauben und nicht immer nur allen anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben für mein Unglück.
An dieser Stelle: Danke Margarethe Hathesohl für deine Unterstützung! Du hast meinem Leben eine große Wende gegeben.
Es folgten Jahre der Orientierung. Ich las unglaublich viele Bücher und suchte und suchte.......verstand schon ein bisschen.
Unsere Lebenssituation änderte sich 2001. Wir kündigten und erfüllten uns einen gemeinsamen Traum. Wir kauften einen Hof und machten uns selbständig mit dem „Ponyhof Regenbogen“ in der Nähe von Beelitz.
Ich hatte zu dieser Zeit ein autodidaktische Psychologiestudium abgeschlossen, aber es war noch nicht das Richtige für mich. Irgendwas fehlte. Ich wollte, dass die Menschen selbst die Antworten finden, auf die Fragen die sie sich stellten. Ich fand es nicht richtig, dass ich ihnen sagen soll, was zu tun ist. Aber auch dass änderte sich noch.
In Verbindung mit dem Schulwechsel ergaben sich bei unserem Sohn massive Schulprobleme, die sich nicht nur in schlechten Leistungen ausdrückten, sondern auch in Aggressivität und Respektlosigkeit. Wir wurden aufgefordert einen IQ Test machen zu lassen und die „lieben“ Lehrer diagnostizierten vorsorglich ADS oder ADHS....... Der IQ Test ergab einen überdurchschnittliches Ergebnis und ich werde nie vergessen, als mein Sohn mir die Frage stellte: „Mama bin ich nicht dumm?“ Ich war total erschrocken über diese Frage und ich habe beschlossen, dass es so nicht weitergehen kann.
Da mein Mann und ich nicht bereit waren, Marco mit Medikamenten ruhig zu stellen, suchten wir nach Alternativen. Durch den Hinweis einer Bekannten kam ich so zu meiner ersten Kinesiologin. Diese schickte uns weiter zu einem Kollegen der sich auf Kinder spezialisiert hatte.
Anfangs fand ich alles ein wenig eigenartig, aber trotzdem hat es mich fasziniert. Nachdem er einige Test´s mit Marco gemacht hatte – alles Dinge die ich damals nicht verstand, die mir heute aber sonnenklar sind – lieferte er als Erster überhaupt eine schlüssige Erklärung: Marco, der ohne linke Hand auf die Welt gekommen war, wäre eigentlich Linkshänder.
Dementsprechend arbeiteten rechte und linke Hirnhälfte nicht richtig zusammen. Überhaupt stimmten ein paar Verknüpfungen einfach nicht, denn er hatte keine Wahl und musste rechts schreiben. Er gab mir mein erstes Buch über Brain Gym® an die Hand und sagte ich solle mit meinen Sohn die Übungen machen. Ich war beeindruckt.
Weiterhin gab er mir einen Hinweis auf eine Informationsveranstaltung für Kinesiologie bei einer Frau Gerda Huber. Nach einigen überlegen beschlossen mein Mann und ich, diese Veranstaltung zu besuchen und erfuhren zum ersten Mal wie der Muskeltest funktioniert. Gerda, die mir in den folgenden Jahren noch viel helfen sollte, gelang es mich neugierig zu machen und meinen wirklich sehr skeptischen Mann zu überzeugen. Ich besuchte meinen ersten Brain Gym® Kurs. Danach gab es kein Halten mehr. Ich bin neugierig geworden und besuchte in den folgenden Jahren ungezählte Kurse bei verschiedenen Dozenten. Dabei haben mich Grete Fremming und Renate Wennekes am meisten beeindruckt – gefordert und gefördert, neben Gerda natürlich, die den Grundstein gelegt hat. Auch Dr. Paul Dennison gehört dazu.
Nach einigen Jahren und vielen Kursen, kam der Wunsch auf, das was ich eigentlich für meinen Sohn begonnen hatte, auch in eigenen Räumen an andere Menschen weiter zu geben. Uns so richtete ich mir einen eigenen Raum auf unserem Ponyhof ein.
Dann kamen die ersten Kinder – meist mit Eltern, die ebenso verzweifelt waren wie ich vor Jahren. Thema Schule, aber auch Verhalten!
Dadurch verlegte ich die Schwerpunkte meiner Weiterbildungen immer mehr auch auf dieses Thema. Denn was ich verstanden habe war, aus unglücklichen Kindern werden oft auch unglückliche Erwachsene und diesen Teufelskreis wollte ich durchbrechen.
Heute habe ich in meinen Räumen eine gesunde Mischung aus Vorschulkindern, Kindern mit sog. „Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten“ sowie Erwachsenen, und darf mich immer wieder über die gemeinsamen Erfolge auf dem Weg in ein glückliches, zufriedenes Leben freuen.
Fakt ist – wenn mein Leben nicht so verlaufen wäre, wäre ich nicht der Mensch der ich heute bin!
Ich weiß, ich bin nicht am Ende der Weisheit angekommen. Auch ich besuche noch regelmäßige Weiterbildungen und meine Lebenszeit wird wahrscheinlich nicht ausreichen um alles zu wissen und zu erfahren.
Aber ich weiß, dass ich eine Menge an die Menschen weitergeben kann und ich weiß, dass mir die Kinder dabei ganz besonders am Herzen liegen. Ich sage mir immer: „ Fang bei den Kindern an, dann ist der Rucksack den man als Erwachsener zu tragen hat nur halb so schwer!“
Übrigens – Marco geht heute auf das Gymnasium, ist ein selbstbewusstes Kerlchen, dass 100% ig zu seiner Behinderung steht. Sein schönster Satz war: „Mama ich bin so wie ich bin und die Menschen sollen lernen mich mit meiner Behinderung zu akzeptieren!“ Da war ich unheimlich stolz und wusste, es war der richtige Weg.
Ich danke meinen beiden wundervollen Kindern, Melanie und Marco, genauso wie meinen Mann, dass sie mich zu jederzeit unterstütz haben, dass sie mir die Freiräume geschaffen haben, die ich für die viele Seminare brauchte, dass ich immer bei ihnen üben durfte und dass sie an mich geglaubt haben. Ohne euch wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.